Peter Freudenberger

Journalist und Krimi-Autor

Peter FreudenbergerPeter Freudenberger, Jahrgang 1960, ist eng mit der Untermain-Region verwurzelt. Heute arbeitet er als leitender Redakteur beim Main-Echo in seiner Heimatstadt Aschaffenburg. Er ist verheiratet und hat drei inzwischen erwachsene Kinder.

Das Schreiben ist für ihn Beruf und Berufung. Im Kölner Emons-Verlag hat er bisher vier Romane veröffentlicht, in deren Mittelpunkt der Journalist Paul Stiller steht. Geschickt verbindet er darin die spannende Krimihandlung mit gesellschaftlichen Entwicklungen, das Ganze gewürzt mit viel Humor.

Stiller und die unsichtbare Meute

 

Besonders ungewöhnlich ist der jüngste Roman Stiller und die unsichtbare Meute, veröffentlicht im Juli 2014 und von Emons als Geheimtipp gehandelt: Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, in der heutigen Gegenwart und in 20 Jahren. Freudenberger greift hier aktuelle Trends auf, etwa in Kommunikation, Mobilität oder Demografie, und führt sie in die Zukunft fort. Ausgehend von einem realen Fall, dem „Parkhaus-Mord“ in Emden, setzt er sich auch kritisch mit der Internethetze, der unsichtbaren Meute, auseinander.

 

 

Stiller und der Gartenzwerg

 

Im Vorgängerroman Stiller und der Gartenzwerg (2012) steht, wie schon der Titel erkennen lässt, der Humor im Vordergrund. Freudenberger verlegt hier einen kuriosen Mordfall ins friedliche Kleingartenmilieu: Der Vorsitzende einer Laubenkolonie wird erschlagen – mit einem Gartenzwerg. Der Protagonist Stiller gräbt sich wie ein Maulwurf in die scheinbare Idylle ein und gerät in die Abgründe der zunehmenden Bodenspekulation durch Bauinvestoren.

 

 

Stiller und die Finsternis

 

Elemente des Thrillers hat Freudenberger, wie in seinen neuesten Roman, schon in den zweiten Stiller und die Finsternis (2009) hineingewoben: Ein Mitglied einer angesehenen Gesellschaft wird mit einem Schwert ermordet. Bei seinen Recherchen stößt Stiller auf das Schicksal zweier verschwundener Frauen. Das Buch spielt aber nicht nur auf die damals schockierenden Fälle Kampusch und Fritzl an. Es geht auch um die Bereitschaft der Gesellschaft, eher die Opfer zu ächten als die vermeintlich hochgestellten Täter, wie in Eschenbach bei Bamberg geschehen.

 

Stiller und die Tote im Bus

 

 

Auf einen realen Fall, den Aschaffenburger „Mamba-Mord“, stützt sich der Erstling Stiller und die Tote im Bus (2008). Freudenberger gibt dem einstigen Verlauf aber eine neue Wendung und zeigt, wie lebenslange Erniedrigung einen Menschen, von Geburt an gut, zum Mörder mutieren lässt.

 

 

 

Neben den Romanen hat Freudenberger im fränkischen Verlag Ars Vivendi mittlerweile sechs Kurzkrimis veröffentlicht, vorwiegend in der Anthologie-Reihe „Tatort Franken“. Der jüngste, „Herberts Heiliger Abend“, erscheint im November 2014 in einer Weihnachtsanthologie. Gestützt auf seine fundierte Ausbildung zeigt der Autor, dass er auch das Genre der Kurzgeschichte als eigenständige literarische Gattung versteht und beherrscht. Den Kurzkrimi „Gegenüber“ (2010) etwa hat der bayerische Rundfunk in seinem Kulturprogramm als „herausragend“ gewürdigt.